Biografie / biography

Nadja Zela hat eine lange und bemerkenswerte Karriere mit vielen Jahren unterwegs vorzuweisen. Von ihrer All-Girl-Band Rosebud in den frühen 90ern bis zu ihrem aktuellen Soloprojekt blieb sie sich als Frontfrau mit einem ungebundenem Geist treu. Sie ist eine fesselnde Sängerin, erstaunliche Songwriterin und eine E-Gitarristin mit unverwechselbar wütendem und gleichzeitig verzauberndem Stil.  Nadja Zela hat diese warme, erdige Sinnlichkeit des Blues, jedoch ufert ihr rauer Folk oft in cineastische Klangsphären aus und zersetzt jede aufkommende Nostalgie. Ihre Stimme erschüttert, dann spendet sie wieder unerwartet sanften Trost. Zelas Texte schöpfen spürbar aus persönlicher Erfahrung, aber sie findet darin einen wahrhaftigen, lyrischen Ausdruck für die Zerissenheit und Zerbrechlichkeit unserer Existenz in Zeiten der Verunsicherung.

 

Für ihr musikalisches Schaffen wurde Nadja Zela mit diversen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Werkjahr der Stadt Zürich.

Zur Zeit arbeitet sie an einem grossen, multimedialen Requiem Projekt, das im Herbst 2020 erscheinen wird.

Nadja Zela enjoyed a rather long and remarkable career with many years on the road. From her all-girl band Rosebud in the early 90s to her current solo project, she remained true to herself as a frontwoman with an unbound spirit. She’s a captivating vocalist, astonishing songwriter and an electric guitarist with a distinctive angry while bewitching style. Her music flirts with the warm sensuality of the blues, but she leads her brute folk into cinematic sound spheres that undermine any emerging nostalgia. She unsettles, then again spends unexpected comfort. Zela's writing draws noticeably from personal experience, but she finds a true, lyrical expression of our existence's brokenness and fragility in times of uncertainty. 

 

Nadja Zela is currently working on her 5th album, which will be about death, dying, grief and comfort.

 


über nadja's texte

In vielen von Nadja Zelas eindringlichsten Songs durchziehen Dunkelheit („Darkness“) und Einsamkeit („Loneliness“) die Texte und verdichten sich zu einer Traurigkeit, zu einem Blues, der das Ende von etwas anzukündigen scheint: Das Ende von Beziehungen, vom Vertrauen in das eigene Gefühl, vom Bezug zu einer brüchigen Welt, die sich rasend schnell verändert (Immaterial World) und uns scheinbar immer mehr isoliert von uns selbst (Still Alive) und unseren Mitmenschen. Bei Nadja Zela ist sogar der lichte Sonntagmorgen beschwert mit kleinen schwarzen Steinen (Sunday Morning), die die wandernde Erzählerin im Song wie vergangene Sünden aufklaubt. 

 

Die Grösse von Nadja Zelas Songdichtung besteht darin, dass Sie diese Traurigkeit und Dunkelheit nicht singend beschönigt, sondern ihr mit jeder Zeile trotzt. Dann kulminieren ihre Texte zu Bannflüchen gegen das Ungeheure, sie verteidigen vehement die Liebe und das Leben. Jedem Ende folgt ein Anfang, mit dem Vergehen des Alten beginnt etwas Neues und der der tiefsten Einsamkeit trotzt sie mit Worten Hoffnung ab

 

Das Ich in ihren Texten denkt nicht daran aufzugeben („I always find a way out“ in Break Every Bone und „I`m a born fighter“ in Pot Belly), dieses Ich ist furchtlos in der Verteidigung seiner selbst und der Menschen, die es liebt („my fearless soul“ in Wrong Side Of Town). Bei Nadja Zela scheint das Licht am hellsten in der Dunkelheit und der kostbare Trost in der Einsamkeit ist die Freiheit („The ingredient of loneliness is ... freedom“ in Level Off Level Out). Sowohl für Bedrohung als auch für Rettung findet Nadja Zela starke Bilder: die schwarze Kobra (Black Cobra), die schwarze Witwe (Black Widow) auf der einen, den geheimen Zwilling als Schutzengel in „Hidden Twin“, das Glühwürmchen in „Break Every Bone“ als Licht in der Nacht auf der anderen Seite. 

 

Spürbar schöpfen Nadja Zelas Texte aus persönlicher Erfahrung aber sie findet darin einen wahrhaftigen lyrischen Ausdruck für die Zerissenheit und Zerbrechlichkeit der gesamten menschlichen Existenz in unserer Zeit der Verunsicherung.

 

Tilo Eckardt

Verlagsleitung Random House Deutschland


discography

nadja zela

«greetings to Andromeda. requiem», nov 2020 (patient records)

«immaterial world», 2016 (patient records)

«wrong side of town», 2012 (patient records)

«ciao amore», CD 2009 (patient records)

«4 spur songs», CD 2001 (daisycutter) 

 

fifty foot mama

«hard and soul», 2007 (kuenschtli.ch)

«der freund» soundtrack zum film von micha lewinsky (song: «go away…»)

 

rosebud        

«emptiness / without me», vinyl-single 2004

«the pillow mountain» 2002 (makeUp/recrec)

«13 songs net» 2000 (makeUp/recrec)

«dynamo» 4-track-vinyl-maxi-single 1999

«ohrewürm»: ruumschiff, 1999 (tudor)

 

fingerpoke        

«the comic opera of our real days» CD 1997 (glow/tudor)    

«live at the studio» LP 1998 (irish mooncake)

 

the roundabouts    

«haven afar» CD 1993  (zytglogge)

«sound summer sessions» kassette 1994 (radio DRS3)

 

the whooshings    

«tschüss-zäme-tape» kassette 1992

«child/mask» vinyl-single 1991 (SSR-Label)

«mask» 8-track-demotape 1989

 

 

 kollaborationen:        

 

theater hora – Bobs Dylan's 115ter Traum

tour 2018/2019

 

anna luif

videoclip "still alive" 2016

 

anna&stoffner

fieber 2014

 

ISNT NITS

mit Fiona Daniel und Vera Kappeler  2013

 

the calling sirens

tour 2014 «rough souvenir»

 

los dos 

«in the jungle» 2014

 

denise wintsch

«für immer» 2015 > graphic design

«alle tage sind alltage» 2010

 

big zis

«ich waart» 2008


the band

Nadja Zela
Lyrics, Vocals, Guitar, Harmonium

Fisch
Drums, Percussion

 

Michel Lehner
Bass, Backing Vocals, Moog

 

Nico Feer
Guitars, Backing Vocals, Noises

 


©photos by maria trofimova